Mitarbeiter auf vier Pfoten: Schulhund Carlos sorgt für gutes Klassenklima

Labrador Carlos ist drei Jahre alt und hat bereits mit Erfolg die Ausbildung zum Therapie- und Schulhund absolviert. Diese dauert 1,5 Jahre. Die Hälfte der Kosten wurde von der Gemeinde Büsum übernommen, denn Carlos ist der vierbeinige Kollege der Schulassistentin Britta Lehmusvirta. Gemeinsam sind sie im Grundschulteil der Schule am Meer tätig. Nachdem der schokobraune Labrador nun einige Wochen im Einsatz ist, zieht seine Besitzerin eine positive Bilanz. Wie sehr er schon den Kindern ans Herz gewachsen ist, zeigte sich erst kürzlich, als er verletzungsbedingt 14 Tage zuhause bleiben musste.

„Ein Hund im Klassenzimmer ist für die Schüler eine wertvolle Bereicherung. Die Kinder lernen den richtigen Umgang mit dem Hund, sie werden selbstbewusster, lernen, Rücksicht zu nehmen und machen wichtige Erfahrungen in der Kommunikation mit dem Tier“, erläutert Schulassistentin Britta Lehmusvirta. Um diese Beobachtungen zu veranschaulichen, berichtet sie, dass sich selbst schüchterne Kinder mithilfe des Hundes öffnen und dass Klassenclowns sogar leiser und weniger hektisch werden. Insgesamt herrscht in Anwesenheit des Vierbeiners mehr Ruhe im Klassenraum. Die Schüler arbeiten konzentrierter, und die Klassengemeinschaft wird gestärkt. Erstaunlicherweise lesen einige Kinder sogar freiwillig vor, weil Carlos doch so gerne zuhört. Während der Unterrichtsstunde sucht sich Carlos mit Bedacht seinen Platz. Entweder geht er gezielt zu einem Kind, weil er sich dort wohlfühlt, oder er zieht sich in eine Ecke zurück.

Die Schulassistentin berichtet sogar von Fällen, in denen Carlos zu besonders unruhigen Schülern läuft, sich einfach auf die Füße des Kindes legt und so in kürzester Zeit für Entspannung sorgt. Ist es einmal dauerhaft zu laut im Klassenraum, begibt er sich jedoch direkt zu Tür und zeigt an, dass er gehen möchte. Britta Lehmusvirta ist sich sicher, dass ein Hund wie Carlos Unterstützung und Trost in situationsbedingten Krisen bieten kann. „Die Kinder lernen durch Carlos Verantwortung zu übernehmen und kümmern sich gerne freiwillig um bestimmte Aufgaben, zum Beispiel nachzusehen, ob sein Wassernapf voll ist. Feststellen konnte ich zudem, dass es seit der gelegentlichen Anwesenheit von Carlos weniger Streit in den Klassen gab“, ergänzt Lehmusvirta. Im Verlauf des Unterrichts hat Carlos unterschiedliche Aufgaben. Manchmal ist er einfach nur da. Oder die Kinder dürfen einige Minuten einen Stuhlkreis bilden und Kommandos mit ihm üben. Dabei lernen sie, dass sie klare Befehle geben müssen und sich nicht klein machen dürfen. In besonders schwierigen Fällen verlassen die Schulassistentin und ihr vierbeiniger Mitarbeiter mit einem Kind für eine Weile den Klassenraum, um gezielt auf ein Problem einzugehen. Dabei ist ihr Carlos eine wertvolle Unterstützung. Besonders gerne mag Carlos das gemeinsame Frühstück der Kinder – schließlich könnte etwas Leckeres zu Boden fallen. Wer ein gesundes Pausenbrot und dazu ein gutes Herz hat, weiß er offenbar ganz genau.

Text: Britta Lehmusvirta, Claudia Brandt

Bilder: Claudia Brandt