Plogging - Ein Trend aus Schweden findet Resonanz im Sportunterricht

Schüler der Schule am Meer verbinden Sport mit Umweltschutz

„Das ist ja unfassbar viel Müll, den wir in nur 20 Minuten in einem 200m Umkreis um unsere Schule beim Joggen eingesammelt haben. Dabei sieht doch alles so sauber bei uns aus!“, meinten Schüler aus der Mittel- und Qualifikationsstufe. Oberflächlich gesehen stimmt das. Wird der Blick geschult, ändert sich die Perspektive.



Der Begriff Plogging setzt sich aus dem schwedischen Wort „plocka“ (sammeln, suchen, aufheben) und Jogging zusammen. Die Jogger sammeln während ihres Laufs, zumeist organisiert und mit Handschuhen sowie Abfallbehältnissen ausgestattet, Müll. Der Sportler verbindet Nützliches mit Nützlichem und tut etwas für seine Gesundheit und gegen die
Vermüllung der Landschaft. Ganz wichtig bei diesem Sport ist, auf Hygiene zu achten. „In Zukunft werden wir unser Ausdauertraining im Sportunterricht mit Plogging bereichern“, ist sich Schülerin Cosima Ehlers sicher.
Als organisierter Sport entstand diese Aktivität 2016 in
Schweden und breitete sich rasch aus. Plogging bietet durch das regelmäßige Bücken, Aufheben, Aufrichten und Weiterlaufen ein deutlich abwechslungsreicheres Training als das normale Jogging oder Walking.
Der geschulte Blick sieht in Hecken, an Straßenrändern, in Gräben Plastikmüll. Und überall sieht man Zigarettenkippen, die das kontaminierte Nikotin im Filter tragen. Dieses Gift wird mit Regenwasser ausgewaschen und landet im Trinkwasser.
Das Motto lautet: „Tut was, macht mit, verabredet euch!“ Es macht Spaß und setzt ein gutes Zeichen für unsere Umwelt. So liegt wenigstens weniger Plastikmüll in unseren Straßen und in der Natur herum. Der nächste Schritt ist auf Plastikartikel ganz zu verzichten.
„Die Zeit dieser Plogging-Aktion wurde so gewählt, dass damit zusätzlich das Ocean Cleanup Projekt von dem jungen Niederländer Boyan Slat unterstützt wird, welches vor knapp zwei Wochen gestartet ist“, erläuterte die Sportlehrerin Dr. Kirstin Poremba.
Ein Schiff hat den ersten Meeresstaubsauger mit dem Namen „System 001“ von San Francisco aus in Richtung offene See gezogen. Ziel ist der Pazifische Müllstrudel, dort soll das Gerät damit beginnen, Plastikmüll aus dem Meer
zu fischen.

Text und Fotos: Dr. Kirstin Poremba