Donnerstag, der 18. Mai 2017: Ein ganz normaler Schultag – nicht so an der Schule am Meer, wo in den ersten fünf Unterrichtsstunden der diesjährige Europatag stattfand. Über Wochen hinweg organisierte der elfte Jahrgang den Ablauf der ersten beiden Stunden sowie den Vortrag von Prof. Dr. Joachim Krause von der dritten bis zur fünften Stunde.

Als um 7:50 Uhr die Klingel wie gewohnt die erste Unterrichtsstunde einläutete, begannen einige Gruppen der Klassen Q1a und Q1b mit dem Unterricht für die fünften, sechsten, siebten, achten, neunten und zehnten Klassen, während eine achte Klasse, die 8c, dabei half, den Europatag 2017 zu einem für jeden erfolg- und lehrreichen Ereignis zu machen, dessen diesjähriges Thema Die Rolle der EU zwischen Amerika und Russland war. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei viele verschiedene Spiele und Aktivitäten ausgeklügelt. Während zwei siebte Klassen bei einer Schnitzeljagd durch die ganze Schule liefen, warfen die sechsten Klassen mit einem Ball auf eine Europakarte und mussten zum getroffenen Land anschließend, je nachdem auf welchem Land der Ball kleben blieb, Fragen beantworten. Andere Schülerinnen und Schüler bekamen ein selbst gestaltetes Quartett, Kreuzworträtsel oder ein Brettspiel, um spielerisch mehr über Europa zu lernen. In vielen Klassen wurde zudem durch leicht verständliche Vorträge Basiswissen zur EU vermittelt, die durch Rollenspiel der Q1a und Q1b ergänzt wurden.

Nach den ersten beiden Stunden folgte der zweite Teil des Tages. Die zehnten und elften Klassen begaben sich in die kleine Sporthalle am Neuen Weg, um einem Vortrag von Professor Dr. Joachim Krause zu lauschen. Da das Fachgebiet des 1951 in Heide geborenen und mittlerweile emeritierten Politikwissenschaftlers Internationale Politik ist und er 2002 die Leitung des Instituts für Sicherheitspolitik übernahm, war er von den Klassen Q1a und Q1b eingeladen worden, um unter anderem über das Oberthema des Europatages zu referieren und anschließend die offen gebliebenen Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten.

Zunächst blickte Herr Dr. Krause 70 Jahre in die Vergangenheit zurück, zur Zeit des Kalten Krieges, in der Europa eine besondere Stellung zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion einnahm. Er stellte klar, dass sich der Kalte Krieg so nicht wiederholen werde. Anschließend referierte er über einige europäische Themen wie die Eurokrise insbesondere in Bezug auf Griechenland und Italien, rechten und linken Populismus oder die Folgen des Brexit. Im Anschluss ging er auf die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei und Russland ein, vor allem die aktuellen Regierungsformen der beiden Länder sah er als sehr kritisch an.

Danach schwenkte er zu historischen Situationen zwischen der EU und anderen Staaten in Afrika und Asien und stellte diese – auch mittels einer gut strukturierten Präsentation – knapp, aber anschaulich dar, beispielsweise die Konflikte im Mittleren Osten, die schlechten Lebensbedingungen in vielen Teilen Afrikas, teilweise bedingt durch korrupte Regierungssysteme, den daraus resultierenden Flüchtlingsstrom in die EU sowie die Politik Chinas, die der Professor als nationalistisch einstufte, und die Bestrebungen dort, zur größten Wirtschaftsmacht der Welt zu wachsen. Schließlich erläuterte Professor Dr. Krause seinen Standpunkt zur Wahl von Donald Trump als Präsident der USA, dessen Politik er als strategielos bezeichnete. Ebenso verdeutlichte er seine Bedenken bezüglich der USA als Bündnispartner der EU. Den Abschluss gestaltete er mit mehreren Entscheidungsfragen, die die wesentlichen Kernpunkte des Vortrags zusammenfassten und vor allem die Beziehungen der EU zu den genannten Staaten infrage stellten.

In einer anschließenden Fragerunde konnten die Schülerinnen und Schüler des zehnten und elften Jahrgangs am Ende ihre Fragen stellen, wobei unter anderem die Unabhängigkeitsbestrebungen Schottlands, die Wahl in Frankreich oder der Syrienkonflikt thematisiert wurden. Professor Dr. Krause nahm sich viel Zeit, um die Hintergründe der Fragen zu beleuchten und kompetente Antworten zu geben.

Nach der fünften Stunde war der Europatag 2017 beendet und es folgte Unterricht nach Plan. Am Ende des Tages waren die Schülerinnen und Schüler der Klassen Q1a und Q1b sehr zufrieden, dass die gute Organisation dieses Tages sich auch im Ergebnis widerspiegeln konnte, denn sowohl die „Kleinen“ als auch die „Großen“ verbrachten einen überaus lehrreichen Europatag.

Joshua Severin, Q1b.

 

 

 

Dass die letzten Schulwochen durchaus produktiv verlaufen können, beweist die Q1b mit ihren Plakaten zu aktuellen Themen, die die EU bewegen. Sie bieten z. B. einen Überblick über das Erstarken europakritischer Parteien und natürlich durfte hierbei auch der Brexit nicht fehlen.

Die Plakate sind diese Woche noch in der Pausenhalle am Standort Otto-Johannsen-Straße zu sehen. (Text und Foto: Frau Radszun)

 

Auch in diesem Jahr lernten die französischen Austauschschüler vom "Lycée Sée Colmar" nicht nur das Leben in deutschen Familien und den deutschen Schulalltag kennen, sondern erlebten auch einige norddeutsche Highlights, wie zum Beispiel das Multimar Wattforum oder die Speicherstadt Hamburgs. Norddeutsch war auch das Wetter, als eine geführte Wattwanderung auf dem Programm stand, so dass es in vielen Gastfamilien zu einer hektischen Suche nach passenden Gummistiefeln kam. 

 

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Foto: Frau Wichern

Etwas Regen, etwas Schnee und manchmal auch etwas Sonne ...

Bmouth

In der zweiten Märzwoche war das Ausland angesagt - die einen gingen nach Frankreich und die anderen nach England. Und trotz des unbeständigen Wetters waren beide Fahrten wie immer sehr erlebnisreich - denn es geht bei den Sprachreisen letztendlich nicht nur um die Natur, sondern in erster Linie um die Kultur ...

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Die Reichtümer Europas

Europa ist reich an Themen - an Ländern, Menschen, Kulturen, Arten, Religionen und Geschichte(n). Und so wurde am diesjährigen Europatag klassen- und fächerübergreifend in einer Vielzahl von Projekten recherchiert, diskutiert und präsentiert. Es gab Arbeitskreise zu Märchen, zu Zugvögeln und zu Forscher- und Entdeckerinnen und ein weitgefächertes Angebot zu gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Themen - und ganz oft hörte man erfreulicherweise den Satz: "Oh, das wusste ich ja gar nicht - interessant!"

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